Föhnalarm in OÖ?

01.05.2013

Am Donnerstag, den 16. Mai war es wieder einmal soweit: eine Föhnwetterlage hatte sich angekündigt. Ein starker Wind aus südlichen Richtungen liessen wieder einmal tolle Streckenflugbedingungen erwarten. Dieses Mal startete ich mit unserem Duo Discus in Linz-Ost. Harry und Horst von der UNION flogen mit der DG-1000M ebenfalls ins Gebirge. Paul erklärte sich wie so oft bereit, den Schlepp zu übernehmen. So startete ich schon um 7 Uhr, um den Tag gut ausnützen zu können. Mein Ziel war ein angemeldeter 1000km Flug.

Der Hangwind trug im Ennstal recht gut, am Hochkönig allerdings kanalisierte der Südostwind dann doch zu einem reinen Ost, sodass ich in meiner Höhe statt dem erhofften Aufwind starke Abwindfelder antraf. Aus geringer Höhe musste ich mich dann am Ostende der Leoganger Steinberge im Hangwind wieder hocharbeiten. Dann folgte der gemütliche Teil des Fluges. Eingestiegen in einer Luvwelle am Birnhorn flog ich mit Transponder und Höhenfreigabe bis 4000m zum Hintersteinersee am Wilden Kaiser und zurück. Das Fliegen im Wellenniveau konnte ich dann bis Admont weiter auskosten. Dann allerdings folgte der unangenehme Teil des Fluges. Im Gesäuse traf ich auf starke Abwinde, sodass ich mich kurz später im Hangkantenniveau nördlich von Eisenerz wiederfand. Dort waren die Turbulenzen so stark, dass ich mich entschloss, nicht mehr weiter in Richtung Osten zu fliegen sondern umzukehren. In 2000m durchs Gesäuse fliegend kam dann die nächste negative Überraschung auf mich zu. Innerhalb von 40s spülte es mich um 360m hinunter, mit Spitzenwerten von -18m/s. So etwas habe ich zuvor noch nicht erlebt.

Ich habe dann beschlossen, den Tag sein zu lassen und nach Hause zu fliegen. Wenns mir nicht daugt, macht es keinen Sinn, mich weiter in starken Turbulenzen abzuquälen. Ich landete kurz vor 13 Uhr wieder in Linz Ost nach 512km.

Harry und Horst kämpften bis am Abend und flogen so ihren ersten 1000er. Herzliche Gratulation!

Beim langen Gleiten aus den Bergen zum Heimatflugplatz (Danke wieder einmal an die ausgezeichnete Kooperation mit den Fluglotsen in Linz Hörsching) waren auch sehr schöne Lenticularis Wolken über dem Mühlviertel zu sehen; in der Form habe ich es noch nie erlebt. Dies warf für mich die Frage auf, ob nicht vielleicht öfters Wellen bis ins Flachland bis zu uns hinaus stehen. In der Regel ist bei Südföhnwetterlagen wesentlich weniger Luftfeuchte vorhanden als an diesem Tag. Dadurch wäre es möglich, dass die Wellen nicht durch Lenticularis Wolken gekennzeichnet sind, aber eben vielleicht dennoch vorhanden sind?! Auch würden Höhenfluggeschichten über dem Mühlviertel von Kollegen am Flugplatz genau das untermauern. Vielleicht ein kleines Forschungsprojekt für die nächsten Südföhnwetterlagen bei uns?