Ausbildung zum Segelflugpiloten

Oft wird die Frage gestellt: "Ist die Segelflugausbildung teuer?" Die Antwort ist: NEIN!

Die Segelflugausbildung kostet in etwa so viel wie ein PKW Führerschein! Um die Frage der Kosten zu klären, muss man sich zunächst genauer mit dem Begriff der Segelflugpilotenlizenz beschäftigen. Der Segelflugpilotenschein bestehtaus einer Grundberechtigung und vielen, voneinander unabhängigen, Zusatzberechtigungen.

Die Grundberechtigung

Die Grundberechtigung (Grundlizenz) berechtigt den Inhaber einsitzige und zweisitzige Segelflugzeuge einsitzig zu fliegen (also allein, der Fluglehrer ist natürlicheine Ausnahme, der darf immer mit).

Die "Klasse II" (Zweisitzer) Berechtigung

Natürlich möchte man irgendwann mit zweisitzigen Segelflugzeugen, bzw. genauergesagt "zu zweit", fliegen. Mit zweisitzigen Segelflugzeugen fliegen darf man schonmit der Grundberechtigung, aber eben nur allein. Damit man jemanden mitnehmenkann, benötigt man eine entsprechende Berechtigung, die „Klasse II“ oder "LF II" genannt wird. Diese wird ebenfalls fast immer im Rahmen der Segelflugausbildungmiterworben, kann aber jederzeit nachträglich erworben werden.

Die Startarten

Aber irgendwie muss das Segelflugzeug ja in die Luft kommen, viele kennen aus Filmen oder vom Zuschauen auf Flugplätzen den Flugzeugschlepp. Das ist, wenn einMotorflugzeug das Segelflugzeug in die Luft zieht, die wahrscheinlich bekannteste Startart!

Jedenfalls erwirbt man schon während der Schulung mindestens eine Startart, sonst könnte man ja gar nicht starten bzw. fliegen. Diese wird in deinen Segelflugscheineingetragen. Mit Hilfe dieser Startart darf man, wenn man die Ausbildungabgeschlossen hat, starten. In der Regel, erwirbt man während der Ausbildung mehrere Startarten, in diesem Fall werden alle erworbenen Startarten eingetragenund man darf – als fertiger Segelflugpilot - natürlich mit Hilfe dieser starten! JederZeit kann man natürlich eine weitere Startart dazu erwerben. Eine kurze Einweisung, eine bestimmte Mindestanzahl an Flügen mit und ohne Lehrer und schon wird diejeweilige Startart nachträglich im Segelflugschein eingetragen.

Hier eine Übersicht der Startarten, sehr grob erklärt:
(die umfangreichen Details lernt man in der Schulung)

Flugzeugschlepp (F-Schlepp)

Ein anderes Motorflugzeug zieht das Segelflugzeug mittels einem Schleppseil (wie beim Auto Abschleppen) in die Höhe! Diese Startart wird bei uns ab und zu praktiziert, zum Beispiel wenn man Überlandflüge machen möchte, da man sich auf einen bestimmten Punkt und in große Höhe (über 1000m) schleppenlassen kann. Diese Ausbildung wird bei uns erst meist nach der Grundausbildung, optional erworben.

Windenstart

Die in Linz Ost absolut häufigste Startart. Eine starke (über 300PS) Windesteht - vom startenden Flugzeug aus gesehen - am anderen Ende des Flugplatzes. Von der Winde wird über den ganzen Flugplatz ein Seil bis zum Flugzeug ausgelegt (Seillänge ca. 900m). Das Seil wird am startenden Flugzeug eingehängt, ein Helfer hält die Flächen waagrecht und die Windegibt Gas. Das Flugzeug beschleunigt und steigt durch die Geschwindigkeit(=Auftrieb) rasch in die Höhe, in etwa (aber wirklich nur in etwa) wie ein Drachen. Die erzielbare Ausklinkhöhe (also jene Höhe, in der das Segelflugzeug das Seil ausklinkt) beträgt in Linz Ost etwa 300m (abhängigvom Wetter und Flugzeugtyp). Damit kann man bei entsprechen der Wetterlage ausgedehnte Segelfluge durchführen. Aber dazu später mehr! Diese Berechtigung erwerben bei uns die meisten bereits während der Ausbildung!

Die Startarten

Aber irgendwie muss das Segelflugzeug ja in die Luft kommen, viele kennen ausFilmen oder vom Zuschauen auf Flugplätzen den Flugzeugschlepp. Das ist, wenn einMotorflugzeug das Segelflugzeug in die Luft zieht, die wahrscheinlich bekannteste Startart!

Jedenfalls erwirbt man schon während der Schulung mindestens eine Startart, sonst könnte man ja gar nicht starten bzw. fliegen. Diese wird in deinen Segelflugscheineingetragen. Mit Hilfe dieser Startart darf man, wenn man die Ausbildung abgeschlossen hat, starten. In der Regel, erwirbt man während der Ausbildungmehrere Startarten, in diesem Fall werden alle erworbenen Startarten eingetragenund man darf – als fertiger Segelflugpilot - natürlich mit Hilfe dieser starten! JederZeit kann man natürlich eine weitere Startart dazu erwerben. Eine kurze Einweisung, eine bestimmte Mindestanzahl an Flügen mit und ohne Lehrer und schon wird die jeweilige Startart nachträglich im Segelflugschein eingetragen.

Hilfmotorstartart (Motorsegler)

Auch diese Berechtigung erwerben fast alle während der Grundausbildung.Hinter dem eigenwillig klingenden Wort verbirgt sich der klassischeMotorsegler! Dieser sieht aus wie ein Motorflugzeug, hat nur eine größereSpannweite. Die bekanntesten Typen sind wohl der Scheibe Falke SF25, denauch wir haben.

Man startet im Motorflug – wie ein Motorflugzeug – stellt nach dem Steigflugden Motor ab, segelt und landet anschließend meist mit stehendem Motor,also im Segelflug! Der Motor wird also grundsätzlich nur zum startenverwendet!!!

Dies sind die häufigsten Stararten, zu diesen gibt es noch die PKW Startart bei derein fahrender PKW statt der Winde das Segelflugzeug in die Höhe zieht. Dies gibt esin Österreich eigentlich nicht. Und es gibt noch die Gummiseilstartart. Statt derWinde wird von vielen Helfern ein starkes Gummiseil ausgezogen, auch dieseStartart kann man fast nicht mehr erwerben, weil sie so gut wie nirgends praktiziertwird. Der Gummiseilstart stammt aus den Anfängen des Segelflugs, damals war eseine gängige Startart. Die Ausklinkhöhen sind aber sehr bescheiden, meist nurwenige Meter, also nur für gerade Gleitflüge (oder kurze Hüpfer) geeignet!

Funkzeugnis

Um Segelfliegen zu dürfen, benötigt man keine besondere Funkausbildung.Erst wenn man sich in bestimmten Lufträumen bewegt (z.B. Kontrollzonen voninternationalen Flughäfen) benötigt man ein Funkzeugnis. Eine solcheFunkausbildung wird bei uns, meist mit Kooperation mit anderen Vereinen,immer wieder angeboten. Mit Wahrscheinlichkeit wird sich dies im Jahr 2018ändern und ein Funkzeugnis wird auch für den Segelflugvoraussetzung sein.Wir begrüßen dies, da durch ein Funkzeugnis „keine Scheu“ vor dem Funkenan Bodenstellen mehr besteht und dies ein Sicherheitsvorteil unserer Meinungnach beim Segelflug ist.

Sonstige Berechtigungen

Wenn man die erforderliche Praxis hat, kann man noch dieKunstflugberechtigung erwerben. Damit darf man - nur auf für Kunstflugzugelassenen Segelflugzeugen - Kunstflug durchführen. Natürlich muss mandabei gewisse Regeln einhalten, die man aber alle in der Kunstflugausbildunglernt!

Und natürlich ist auch die Segelfluglehrerberechtigung eineZusatzberechtigung, die man mit viel Praxis und einer entsprechendintensiven Ausbildung und entsprechenden Prüfungen erwerben kann. Aberalles der Reihe nach ...